Kunsttage-Streifzug von Stephanie Seidel

Wir haben verschiedene Persönlichkeiten der Kunstwelt gefragt, welche Orte sie an den Kunsttagen besuchen werden. Der dritte Kunsttage-Streifzug unserer Serie kommt von Stephanie Seidel, Leiterin für Gegenwartskunst am Kunstmuseum Basel.
Ich beginne in Kleinbasel bei For. Versteckt in einem Hinterhof zeigt der von Künstler*innen betriebene Raum die Gruppenausstellung Valuables, die der Frage nachgeht, wie Fiktionen innerhalb der Realität Gestalt annehmen. Von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang zu Nicolas Krupp, wo Kaspar Müller mit vertrauten Objekten und alltäglichen Materialien die Logik des Readymade in die weitläufigen Sphären der Konsumkultur fortführt. Auch Gili Tals Ausstellung Light and Airy in der Kunsthalle Basel nimmt Readymades zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Ich schaue mir die Ausstellung an bevor ich mit der Tram nach Münchenstein zu Another Birth fahre, der Diplomausstellung des Institute Art Gender Nature an der HGK Basel im Kunsthaus Baselland, wo die Arbeiten neuer Talente ihren Weg in die Welt finden.
Zurück im Stadtzentrum, spaziere ich zum Rhein hinuter, zum Kunstmuseum Basel | Gegenwart mit Cao Feis Testimonies to the Near Future. Obwohl ich bereits viel Zeit in der Ausstellung und mit ihren vielen, vielen Stunden Videomaterial verbracht habe – als Teil des kuratorischen Teams der Ausstellung –, eröffnen sich mir beim erneuten Anschauen von Cao Feis Videos immer wieder neue Entdeckungen: Details, die mir zuvor entgangen sind, oder unerwartete Verbindungen. Ein paar Schritte weiter unten am Rhein lasse ich dann die Tour bei einem kühlen Getränk an der Buvette Piccolo Cibo im St. Alban ausklingen, während ich meine Füsse im Wasser abkühle.

